Vereinsgeschichte

Nach der Jahrhundertwende zog König Fußball auch in der Pfalz ein. Das runde Leder begeisterte auch die Buben in Wörth. Im Gasthaus zum Rössel traf man sich mehrmals, der Verein FC Bavaria wurde aber am 13.4.1913 im Gasthaus zum Anker gegründet. Da es noch keinen Sportplatz in Wörth gab, wurde eine Wiese am heutigen Schützenhaus vor der Gemeinde Jockgrim angepachtet und als Fußballplatz hergerichtet.

Zunächst wurde nur gegen Mannschaften aus Baden gespielt, weil in der Südpfalz nur noch ein Verein in Pfortz bestand.1914 mussten nach Ausbruch des ersten Weltkrieges viele Spieler einrücken und der Spielbetrieb verlief auf Sparflamme. Am 19.9.1919 fiel der damalige Vorstand Jakob Cambeis im Krieg und es gab eine Krise im Verein. Es war immer eine Konkurrenz mit dem Turnverein. Der Verein hatte damals 70 Mitglieder.

Nach dem ersten Weltkrieg, der 12 gefallene Sportkameraden vom FC Bavaria gefordert hatte, nahm der Fußballsport auch in der Südpfalz einen ungeahnten Auftrieb. Unser Verein hat sich dem Süddeutschen Fußballbund angeschlossen, so kamen dann die ersten Meisterschaftsrunden zur Austragung. Unter dem ersten Vereinstrainer Heini Schöllhammer wurde 1921 die erste Meisterschaft errungen. Rektor Karl Seibel war dann die Triebfeder zum Bau eines neuen Sportplatzes am heutigen Wasserturm, der am 22.8.1922 eingeweiht wurde .Ein besonderer Glanzpunkt in den Reihen des FC Bavaria Wörth war der damals 17jährige Ludwig Damminger. Er wechselte zum Kalsruher Fußballverein und wurde 1930-34 von Reichstrainer Nerz in die Deutsche Fußballnationalelf berufen. 3 x in der A und 17 x in der B- Nationalelf waren seine Einsätze für Deutschland. 1932 wurde ein Clubhaus (die heutige Rotkreuzstation) erbaut. 1933 hatte der FC Bavaria als das Naziregime unser Vaterland übernahm, rechtzeitig vorgebaut und das NSDAP Mitglied Hugo Hoffmann zum Vorsitzenden gewählt. So konnte die Eigenständigkeit und das Vermögen des Vereins erhalten bleiben. Beim Ausbruch des 2.Weltkrieges mussten viele Sportkameraden zum Militär einrücken, aber dank der vorbildlichen Jugendarbeit des Vereines konnten die Lücken durch Jugendspieler gefüllt werden.

1945 hatten wir sehr viele Fußballer im Krieg verloren. Etliche kamen auch krank oder verwundet zurück. Alle Vereine wurden aufgelöst und es durfte im Ort nur noch einen Sportverein geben. Bis 1950 waren Handball/ Turnverein und Fußball zusammengeschlossen, dann war der FC Bavaria wieder selbstständig. Das zerbombte Clubhaus wurde wieder aufgebaut und der Fußballplatz von den Franzosen freigegeben. 1953 und 1956 wurde die A- Klassenmeisterschaft erreicht, 1960 gelang der Aufstieg in die 2. Amateurliga und 1962 erreichte unser Verein die 1. Amateurliga. Damals gab es in Deutschland nur noch zwei höhere Klassen. Wir erreichten 1966 fast den Aufstieg in den bezahlten Fußball. Wir führten damals mit 8 Punkten Vorsprung die Tabelle an, wurden dann aber durch viele Ausfälle noch gestoppt und verloren außerdem das Qualifikationsspiel zur Deutschen Amateurmeisterschaft. Nach dem Abstieg übernahm 1868 Heinz Schaaf, unser heutiger Fußballexperte, das Traineramt. Er verfehlte nach einem fußballerischen Klassejahr mit der Bavaria nur knapp den Wiederaufstieg. 1969 wurden wir Bezirkspokalmeister. Leider folgte nach etlichen harten Jahren 1975 der Abstieg in die A-Klasse. Zwischenzeitlich wurde der alte Sportplatz am Wasserturm Baugelände und der Umzug ins heutige Stadion wurde Wirklichkeit. Trotz der besseren sportlichen Bedingungen begann immer wieder der Kampf gegen den Abstieg aus der A-Klasse. 1990/91 wollte man unter Trainer Hotz den Aufstieg erreichen, das Ergebnis war aber der Abstieg in die B-Klasse. Am 6.12.91 trat die gesamte Vorstandschaft zurück und der Verein hatte den Tiefpunkt seiner fast 80jährigen Geschichte erreicht. Die neue Vorstandschaft unter Erich Geißer ging dann mit großem Elan zur Sache. Es war aber eine neue Zeit im Fußball angebrochen. Es mussten Wörther Spieler zurückgeholt werden. Außerdem schlossen sich dem FC Bavaria internationale Spieler an; z.B. aus Rumänien, Ungarn, dem ehemaligen Jugoslawien, Marokko, dem Iran, der Türkei und sogar aus Afrika. Die Jugendabteilung wurde unter der Leitung von Jürgen Bauch mit fast 230 Jugendlichen zur stärksten in der Vorderpfalz. Selbst eine Damenmannschaft kam hinzu. Es mussten Wohnungen gesucht werden, Arbeitsplätze vermittelt, Aufenthaltsgenehmigungen erkämpft und Dolmetscher gestellt werden. Von der Meisterschaft über die B-Klasse ging es durch die A-Klasse in die Bezirksliga. Hier war auch nur Zwischenstation, und heute sind wir fast da wo wir einmal waren: in der Landesliga.

Erstellt von Kurt Klöffer